Eine Ode an das ERP: Stille Helden der IT

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Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder auch Industrie 4.0 – die IT in Unternehmen ist heute stark von Themen der digitalen Transformation geprägt. Klassische Bereiche wie beispielsweise ERP oder CRM geraten dadurch zunehmend ins Hintertreffen, wie es scheint. Doch weit gefehlt, gerade um die neue Richtung effizient zu beschreiten, bedarf es der „unternehmerischen Nervenbahnen“ heute mehr denn je.

ERP – also Enterprise Resource Planning – ist in der Welt der IT eigentlich ein Dinosaurier. Die ersten Schritte in Richtung ERP wurden bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gesetzt, als erste Systeme in Form einfacher Inventurhilfen auf den Markt kamen. Was danach folgte war ein Erfolgslauf und zeitgleich ein „Hineinwachsen“ in die Unternehmen, wo sie mittlerweile als die „Nervenbahnen der Wirtschaft“ gelten.

Die Bedeutung von ERP ist somit angewachsen, gleichzeitig sind die Systeme an sich aber auch immer stärker in den Hintergrund getreten. So sind ERP-Systeme heute zwar die „stillen Helden der IT-Landschaft“, wie das Fachmagazin Chefinfo in der Ausgabe 9/2017 titelt. Doch in den Vordergrund treten die Systeme heute zumeist nur in dem Fall, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll.

Wenig Wunder. Heute wird kaum ein Schritt in der Prozesskette nicht durch ein ERP-System unterstützt. Durch die technische Evolution seit den 1970ern stiegen sowohl die Produktivität als auch die Transparenz in einem Maß an, welches in den Anfangsjahren noch als schlicht unerreichbar gegolten hätte.

Trendthemen – Oft nur alter Wein in neuen Schläuchen

Zudem kommt, dass die heute als Trendthemen gehandelten Ansätze der digitalen Transformation eigentlich ein alter Hut sind. Denn Digitalisierung – und hier besonders die Kommunikation mit den einzelnen Maschinen – ist in ERP-Systemen längst möglich. Dennoch wandeln sich auch die ERP-Systeme nach wie vor. Sie werden – getrieben durch IoT & Co. – im Ablauf transparenter, flexibler und die Verarbeitung wird schneller und jederzeit zur Verfügung gestellt. Doch die nach wie vor rasante Weiterentwicklung im ERP-Bereich ist auch von Trends wie der mobilen Bereitstellung der Daten oder auch Cloud Computing getrieben.

Auf der anderen Seite profitieren die Trends der digitalen Transformation von den Möglichkeiten, die ERP-Systeme heute bieten. So wird beispielsweise Big Data erst durch leistungsstarke ERP-Systeme wirklich nützlich. Heute lassen sich beispielsweise problemlos große Datenmengen bearbeiten, im Gegenzug entstehen dann neue Prozessabläufe, die wiederum in den ERP-Systemen hinterlegt werden.

Künstliche Intelligenz, Machine Learning, ERP – in der Kombination liegt enormes Potenzial

Auch Künstliche Intelligenz spielt hier eine wichtige Rolle. Denn auch wenn ERP-Systeme schon heute die zentralen Steuerstände der Wirtschaft darstellen, werden sie künftig noch wesentlich wichtiger werden. Die Möglichkeiten, die sich etwa aus der Kombination von ERP, KI, Predictive- und Machine-Learning ergeben, sind deutlich interessanter, als ein schönes User Interface. Schon heute lassen sich mit modernen ERP-Lösungen alle Schlüsselkennzahlen „auf Knopfdruck“ abrufen. Doch richtig spannend wird es dann, wenn das ERP-System auch selbst Vorentscheidungen treffen kann.

Fazit sei, betont der Artikel von Chefinfo, dass moderne ERP-Systeme sehr gut auf aktuelle Themen wie Big Data, Industrie 4.0 oder auch KI vorbereitet seien. Die zahllosen Daten, die heute bereits vorhanden sind – also jene von Maschinen, User-Interaktivitäten, Sensorik und anderen – gilt es nicht nur zu sammeln, sondern auch zu interpretieren. Und genau dies ermöglichen moderne ERP-Systeme heute. Sie können bei Entscheidungen helfen oder – auch das ist heute schon möglich – selbst Entscheidungen treffen, etwa wenn es um das Verhalten von Anlagen unter gewissen Lastzuständen geht.

Der Wind ist also noch längst nicht aus den ERP-Segeln draußen. Ganz im Gegenteil, ERP-Systeme werden auch weiterhin ihre Position als stille Helden der IT festigen und den nächsten großen Technologiesprung erst wirklich nutzbar machen.

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Über den Autor:

Hinterleitner Daniela

Daniela Hinterleitner
Daniela Hinterleitner ist seit 2013 bei der FWI Information Technology als Marketing Specialist tätig. Studium an der Fachhochschule Oberösterreich und JKU Linz mit den Schwerpunkten Digital Business Management und Marketing & Electronic Business.

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