Business Intelligence von und für SAP – was war, was ist und was kommen wird

Business Intelligence für SAP

Mit wenigen, unkomplizierten Schritten ist es mittlerweile unglaublich einfach relevante Business Informationen aus SAP in ein BI-Tool zu integrieren. Hier lesen Sie wie!

SAP bietet seit Netweaver 7.4 mit OData einfache Endpunkte für BI-Auswertungen. Darüber hinaus erfahren Sie, welche zusätzlichen Vorteile eine HANA Datenbank für Ihren Einsatz bietet.

Ich habe in der Einleitung zu meinem letzten Artikel eine kurze Historie zu SAP und verwendeten Business Intelligence Lösungen von Drittanbietern erzählt. Die Erkenntnis, dass sich mittlerweile immer mehr SAP Anwender zu Microsoft Frontendlösungen hingezogen fühlen, ist nach wie vor gültig. Grundsätzlich hat der gesamte Business Intelligence Zug rund um SAP wirklich Fahrt aufgenommen und er wird nicht langsamer – im Gegenteil. Folgende 3 Tendenzen habe ich für mich isoliert:

SAP BW wird zunehmend an Bedeutung verlieren

Vielleicht ist es Unkenntnis, Unwissenheit oder selektive Wahrnehmung, aber ich habe SAP BW immer als furchteinflößende, monströse Applikation gesehen. Nicht falsch verstehen: Ich glaube, dass es für viele Unternehmen zum gegebenen (vergangenen) Zeitpunkt einfach keine Alternativen am Markt gab. Was es gab, waren bestenfalls ähnliche Applikations-Monster. Mit agilen Lösungen, Self-Service Applikationen, Data Discovery und den sonstigen aktuellen Schlagworten hatte das aber wenig bis nichts zu tun. Meine persönliche Prognose ist, wer bis heute noch kein SAP BW im Einsatz hat, wird es auch in keinem wesentlichen Umfang mehr neu einführen. Unternehmen mit bestehenden Architekturen stehen sicherlich vor der Herausforderung wie Sie, mit der Problematik von Erweiterungen auf Basis dieser Technologie umzugehen haben.

Meine subjektive Sicht ist: Bereits jetzt neue Möglichkeiten (ergänzend) prüfen und den weiteren Ausbau kritisch hinterfragen.

SAP Datenintegration wird deutlich einfacher

Hier hat SAP zwei entscheidende Themen umgesetzt. Zum einen ist ab Netweaver 7.4 ein Abgriff von SAP Daten über OData realisierbar. Das erfordert zwar das eine oder andere Setting durch den kundigen Administrator und möglicherweise auch die Einrichtung eines eigenen, geeigneten OData Endpunktes. Das sind aber (auch finanziell gesehen) Kleinigkeiten im Vergleich zu benötigter Treibersoftware (Theobald, Cubeware…) in der klassischen Datenintegration.

OData einfach erklärt:

  • Ein bestimmter Datenbereich – etwa Ihre Umsatzdaten – haben eine URL, also eine Webadresse. Diese wird über den Netweaver ab 7.4 verwaltet
  • Der Aufbau der URL sieht folgendermaßen aus: https://sapes4.meinsapsystem.com/sap/opu/odata/IWBEP/Umsatzdaten
  • Diese URL kopieren Sie beispielsweise in den Datenabfragedialog von Excel
  • Die Daten werden in wenigen Sekunden nach Excel geladen und sind über den Refresh Button jederzeit aktualisierbar.

Hier ein Link zu einem 60 Sekunden Video das diesen Ablauf zeigt.

Die zweite Option ist die Migration der bestehenden Datenbank (SQL, Oracle, MaxDB) auf HANA. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich meine nicht den Umstieg auf S/4 sondern den Betrieb des bestehenden SAP ERP auf HANA. Mir ist natürlich bewusst, dass dies schon ein substanzielleres Vorhaben ist, das wird niemand wegen Business Intelligence alleine machen. Die verbesserten Zugriffsmöglichkeiten auf HANA wären aber ein toller Mitnahmeeffekt aus der Migration der DB.

Eine eigene Business Intelligence Datenbank muss nicht immer zwingend sein

Zugegeben, dies klingt seltsam, wenn ich das als Verfechter von Data Warehouse Lösungen schreibe. Dennoch, der momentane Trend geht durchaus in Richtung der Verwendung von In-Memory Informationen. Beide oben genannten Varianten der Datenintegration (OData und Verwendung HANA) bieten sich für die Verwendung von flüchtigen Abfrageergebnissen an. Eine gute Idee der Verwendung sind Near-Realtime-Informationen, die keinen allzu großen Tabellenkreis im SAP betreffen, eine absehbare Komplexität in der Abfrage haben und eine überschaubare Menge an Ergebniswerten liefern. Das sind zwar einige Einschränkungen, dennoch bleibt die Anzahl der vernünftigen Anwendungen relativ groß.

Was daraus folgt ist: BI Lösungen für SAP werden einfacher, schneller und agiler.

Die Schnelligkeit bezieht sich einerseits auf die Nähe zu Realtime, aber auch auf die Geschwindigkeit in der Umsetzung möglicher Applikationen. Die Einfachheit liegt in der Möglichkeit zum Zugriff. Im simpelsten Fall benötige ich eine OData URL von meinem SAP-System und Excel oder Power BI. Die Agilität bezieht sich vor allem auf die Gestaltungsmöglichkeiten der analytischen Sichten auf meine SAP Umgebung. Alles in Allem ein echter Fortschritt, der schon auf dem Weg ist.

SAP wird offener. Die Möglichkeit über OData ist schon ein erster relevanter Schritt, der mit HANA noch konsequenter in Offenheit der Lösung umgesetzt wird. SAP wird einfach les- und analysierbar.

Business Intelligence Lösungen von SAP und Nicht-SAP Anbietern werden faktisch gleichgestellt. Es gibt keine Unterscheidung mehr in Schnittstellenprotokollen für SAP und Nicht-SAP BI Produkte mit den neuen Zugriffsmöglichkeiten über OData und HANA.

Fazit

Vieles von dem was bisher war, hat sicherlich weiterhin seine Berechtigung und ist damit auch von Bestand – so vor allem der klassische Data Warehouse Ansatz. Dennoch, wer zukünftig ausschließlich auf den alten Pfaden wandelt wird zunehmend an Effizienz seiner Lösungsmöglichkeiten verlieren und manche neueren Ansätze und Erweiterungen, wie Machine Learning oder Realtime Analytics gar nicht mehr zum Einsatz bringen können.
[Quelle: Dieser Beitrag wurde ebenfalls im e3-Magazin veröffentlicht: https://e-3.de/2017/05/15/bi-von-und-fuer-sap-war-ist-und-kommen-wird/, Mai 2017.]

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Business Intelligence für SAP


Über den Autor:

gruenert-alfred_fwi

Alfred Grünert
Alfred Grünert ist Division Manager Business Intelligence bei FWI. Seine berufliche Karriere begann an der Wirtschaftsuniversität Wien Absolvent in Revision und Rechnungswesen, wo er nach seiner Berufsanwärterzeit mehrere Jahre als Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder tätig war. Seinen Übergang zur Unternehmensberatung markierte die Gründung und der Aufbau eines eigenen Business Intelligence Unternehmens, welches er über 10 Jahre führte. Seit 2011 leitet er den Bereich Business Intelligence in der FWI.

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